Davos war gestern! Zum 3. Bayreuther Ökonomiekongress
ABGELEGT IN Bayreuth | Hochschule | Klimaschutz | Politik & Leben 1 Kommentar
“Davos in Bayreuth” soll er sein, der Ökonomiekongress an der Universität Bayreuth. Liebe OrganisatorInnen, wo lebt Ihr eigentlich? Davos war gestern, heute ist Weltsozialforum. Während der menschengemachte Klimawandel allmählich auch für die letzten LangsamdenkerInnen als globale Bedrohung der Menschheit erkennbar wird, während die atomare Katastrophe in Fukushima ihr Ende noch lange nicht gefunden hat, findet an der Universität Bayreuth ein sogenannter Wirtschaftskongress statt, der rückwärtsgewandter nicht sein könnte. Während “Nachhaltigkeit” überall in der Welt längst als komplexe Herausforderung auch für die scientific community anerkannt ist, sind die Bayreuther ÖkonomInnen offenbar nicht in der Lage, auch nur einen Millimeter über ihren betriebswirtschaftlich verengten Horizont hinaus zu sehen. Wer nicht glaubt, möge sich das exklusive (!) Interview des Deutschen Anleger Fensehens mit Prof. Dr. Torsten Eymann, dem Präsidenten des 3. Bayreuther Ökonomiekongresses ansehen und lauschen, wie hier Nachhaltigkeit definiert wird.
“Nachhaltiges Management – im Zeitalter der Globalisierung?!” – was wäre zu diesem Thema nicht alles zu sagen, zu denken, zu entwickeln… Und was macht das Bayreuther Davos: Es lädt die alten Männer einer Wirtschaft und Politik von gestern ein: Hundt, Stoiber, Grube, Hoeneß…
Bitte, was sollen diese alten Herren uns über die Zukunft erzählen? War es nicht Stoiber, der mit seinen Champions League Phantasien für die größten wirtschaftlichen Pleiten des Freistaates Bayern verantwortlich zeichnet? War es nicht Hundt, der Wirtschaftswachstum ohne soziale und ökologische Leitplanken predigte, immer auf dem Rücken der ArbeitnehmerInnen? War es nicht Grube, der noch als Bahnchef eine teure Anzeige mitfinanzierte, die längere Laufzeiten für Atomkraftwerke beschwor?
Von diesem Kongress werden keine Impulse für die Zukunft ausgehen, hier wird alter Mainstream gepredigt werden. Vergeblich wird man auf kritisches Infragestellen der alten BWL-Weisheiten warten und auf innovative Ideen, die erkennen lassen, was Nachhaltigkeit wirklich wäre: Lösungen zur Bewältigung des Klimawandels, ein auch unter sozialen und ökologischen Maßstäben wirtschaftlicher Umgang mit den Ressourcen dieser Erde, ökonomische Gerechtigkeit für die Ärmsten dieser Welt, Generationengerechtigkeit aus ökonomischer Perspektive.
Da passt es, dass hier fast ausschließlich Männer ein Podium erhalten – und die adretten BWL-Mädels kümmern sich derweil ums Deo auf dem Klo (siehe TVO-Reportage zum Kongress)!