19Mai

Davos war gestern! Zum 3. Bayreuther Ökonomiekongress

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“Davos in Bayreuth” soll er sein, der Ökonomiekongress an der Universität Bayreuth. Liebe OrganisatorInnen, wo lebt Ihr eigentlich? Davos war gestern, heute ist Weltsozialforum. Während der menschengemachte Klimawandel allmählich auch für die letzten LangsamdenkerInnen als globale Bedrohung der Menschheit erkennbar wird, während die atomare Katastrophe in Fukushima ihr Ende noch lange nicht gefunden hat, findet an der Universität Bayreuth ein sogenannter Wirtschaftskongress statt, der rückwärtsgewandter nicht sein könnte. Während “Nachhaltigkeit” überall in der Welt längst als komplexe Herausforderung auch für die scientific community anerkannt ist, sind die Bayreuther ÖkonomInnen offenbar nicht in der Lage, auch nur einen Millimeter über ihren betriebswirtschaftlich verengten Horizont hinaus zu sehen. Wer nicht glaubt, möge sich das exklusive (!) Interview des Deutschen Anleger Fensehens mit Prof. Dr. Torsten Eymann, dem Präsidenten des 3. Bayreuther Ökonomiekongresses ansehen und lauschen, wie hier Nachhaltigkeit definiert wird.

“Nachhaltiges Management – im Zeitalter der Globalisierung?!” – was wäre zu diesem Thema nicht alles zu sagen, zu denken, zu entwickeln… Und was macht das Bayreuther Davos: Es lädt die alten Männer einer Wirtschaft und Politik von gestern ein: Hundt, Stoiber, Grube, Hoeneß…

Bitte, was sollen diese alten Herren uns über die Zukunft erzählen? War es nicht Stoiber, der mit seinen Champions League Phantasien für die größten wirtschaftlichen Pleiten des Freistaates Bayern verantwortlich zeichnet? War es nicht Hundt, der Wirtschaftswachstum ohne soziale und ökologische Leitplanken predigte, immer auf dem Rücken der ArbeitnehmerInnen? War es nicht Grube, der noch als Bahnchef eine teure Anzeige mitfinanzierte, die längere Laufzeiten für Atomkraftwerke beschwor?

Von diesem Kongress werden keine Impulse für die Zukunft ausgehen, hier wird alter Mainstream gepredigt werden. Vergeblich wird man auf kritisches Infragestellen der alten BWL-Weisheiten warten und auf innovative Ideen, die erkennen lassen, was Nachhaltigkeit wirklich wäre: Lösungen zur Bewältigung des Klimawandels, ein auch unter sozialen und ökologischen Maßstäben wirtschaftlicher Umgang mit den Ressourcen dieser Erde, ökonomische Gerechtigkeit für die Ärmsten dieser Welt, Generationengerechtigkeit aus ökonomischer Perspektive.

Da passt es, dass hier fast ausschließlich Männer ein Podium erhalten – und die adretten BWL-Mädels kümmern sich derweil ums Deo auf dem Klo (siehe TVO-Reportage zum Kongress)!

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31Mai

Bio ist besser!

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“Bio-Lebensmittel nicht besser oder gesünder als konventionelle” – so oder reißerischer klangen die Aufmacher vor ein paar Tagen in vielen Zeitungen, nachdem Stiftung Warentest eine Bilanz aus 82 Tests der vergangenen Jahre veröffentlichte. Knapp daneben ist auch vorbei, könnte man sagen, aber die Meldung von Stiftung Warentest ist mehr, sie ist falsch: Eine krasse Fehlinfomation der VerbraucherInnen.

Sie resultiert aus einem falschen Verständnis der Qualität von Lebensmitteln. Die Qualität unserer Lebensmittel, unserer Nahrung, muss ganzheitlich und in ihren ökologischen Zusammenhängen beurteilt werden. Es kann hier keineswegs nur um Parameter wie “Geschmack” (der sowieso schwer zu bemessen ist) und “Haltbarkeit” (was sich durch Konservierungsstoffe eben leicht verbessern lässt) gehen. Vielmehr muss der gesamte Produktionsprozess auf den Prüfstand. In den Tests wurde festgestellt, dass in Bio-Lebensmitteln Pestizide fast vollständig fehlen, anders als bei vielen konventionellen Produkten – das allein würde schon reichen, sie als gesünder zu bezeichnen. Der eigentliche Mehrwert von Bio entsteht aber bei der Produktion: Sie ist nachhaltig, Ressourcen schonend mit Blick auf Boden und Wasser, es wird weniger CO2 erzeugt, Tiere werden artgerecht gehalten. Ökolandwirtschaft ist ein wertvoller Beitrag zum Klimaschutz. Der Weltagrarrat hat festgestellt, dass ökologische Landwirtschaft besser geeignet wäre, das Welternährungsproblem zu lösen als konventionelle. Und nicht zuletzt: Für Bioprodukte erhalten die Landwirte faire Preise.

Die Förderung der ökologischen Landwirtschaft und die positive Entwicklung im Marktsegment Bio-Lebensmittel gehört neben der Förderung der erneuerbaren Energien zu den größten Erfolgen aus der Zeit der rot-grünen Koalition von 1998-2005. Auch in Bayern, obwohl die CSU bei der Ökolandwirtschaft noch immer auf der Bremse steht.

Bio ist eben doch besser!

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28Mai

Ressourcensicherheit global

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Die Diskussion um die Durchsetzung deutscher Interessen mit militärischen Mitteln geht in eine neue Runde. Nachdem der Deutschlandfunk seine Zensurstrategie zurückgenommen hat und nun offensiv selbst die öffentliche Debatte um die zu Recht umstrittenen Köhler-Äußerungen zum Afghanistan-Krieg mit täglich neuen Beiträgen im Programm fördert, melden sich nun diejenigen zu Wort, die offensichtlich nur auf diesen Startschuss Köhlers für eine neue Militär-Doktrin gewartet haben.

So sagte Verteidigungsminister von Guttenberg gestern in der ARD: “Wir haben Verantwortung zukünftig Ressourcensicherheit für die Menschen unseres Landes sicherzustellen.”

Das ist die Fortsetzung des Kolonialismus mit neuen militärischen Mitteln. Haben wir bisher (zumindest der kritische Teil der BürgerInnen dieses Landes) der USA unterstellt, sie führe Kriege um Öl unter dem Vorwand, den Terrorismus zu bekämpfen, so scheint das jetzt offiziell durch den CSU-Mann Guttenberg geadelt. Alle Diskussionen um eine gerechte globale Weltwirtschaft, um fairen Welthandel, um Wiedergutmachung für die Ausbeutung der sog. Dritten Welt zur Sicherung unseres Wohlstands scheinen vergessen. Guttenberg will Ressourcen verteidigen, die uns nicht gehören. Es geht um die Restbestände des Erdöls, um Gas, um Wasser und um Rohstoffe für unsere High-Tech-Welt. Will uns der CSU-Minister darauf vorbereiten, dass wir Deutsche hierfür in Zukunft wieder in den Krieg ziehen sollen?

Als gäbe es den Klimawandel mit seinen immensen negativen Folgen für die globale Ökologie und Ökonomie nicht, entstanden als Folge des unstillbaren Ressourcenhungers der industrialisierten Welt, propagiert die Bundesregierung unverdrossen das “Weiter so!”. Gefordert wären hingegen ein verantwortungsvoller, global gerechter und nachhaltiger Umgang mit den Ressourcen dieser Welt. Drastische Reduzierung des Ressourcenverbrauchs, konsequente Klimaschutzpolitik mit einer Energiewende nach dem Prinzip “Weg vom Öl!”. Deutschland und Europa müssen energietechnisch unabhängig werden von fossilen Rohstoffen. Dies geht mit konsequenter Energieeinsparung, Steigerung der Energieeffizienz und Ausbau der Solarenergie. Wir stehen in der Verantwortung, unsere Ressourcen, zum Beispiel unsere Grundwasservorkommen, unser Trinkwasser und unsere Böden und Wälder zu schützen. Wir dürfen uns nicht länger nach imperialistischer Manier auf dem Weltmarkt bedienen.

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10Mai

Oberfränkische Pioniere für solare Mobilität

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Letzten Samstag feierten Gerti Jäger-Ebitsch und Horst Ebitsch ihr 20jähriges Firmenjubiläum: Seit zwei Jahrzehnten leisten die beiden mit ihren MitarbeiterInnen Pionierarbeit auf dem weiten Feld der zukunftsfähigen weil nachhaltigen Energietechnik: www.ebitsch-energietechnik.de. Wurden sie anfangs noch als Ökospinner belächelt, so zeigt sich an der aktuellen Diskussion zur e-Mobilität, dass sie ihrer Zeit voraus waren. Mittlerweile bekennt sich selbst die Kanzlerin zumindest im Lippenbekenntnis zum Ziel der solaren Mobilität und die bayerische Staatsregierung will mal wieder Nummer Eins werden, nachdem sie in den letzten 10 Jahren noch jeden grünen Antrag zur Energiewende abgelehnt hat.

Was viele immer noch nicht glauben: Die Technik für die Elektrofahrzeuge ist marktfähig und marktreif und Elektrofahrzeuge sind selbst mit dem heutigen unökologischen Strommix in Bayern bereits ökologischer als konventionell mit Diesel oder Super betriebene Fahrzeuge. Sie sind ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz. Verbinden wir sie mit neuen Konzepten von Mobilität, die den öffentlichen Verkehr weiter stärken, unnötigen Transport vermeiden und Fahrradfahren und Zu-Fuß-Gehen fördern, so können wir die Energiewende auch im Mobilitätsbereich schaffen.

Noch in diesem Jahr kommen die ersten Elektroautos serienmäßig auf den deutschen Markt. Ich freu mich drauf!

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