07Sep

Schieflage bei der Wirtschaftsförderung

ABGELEGT IN Oberfranken | Politik & Leben Keine Kommentare

Nein, es ist nicht nur so ein Gefühl, es lässt sich jetzt auch belegen: Eine grüne Anfrage deckt das regionale Ungleichgewicht bei der staatlichen Ansiedlungspolitik auf.

Die Ansiedlungspolitik der Staatsregierung für neue Wirtschaftsunternehmen und Investoren weist eine massive regionale Schieflage auf: So wurden im Jahr 2010 durch die staatliche Agentur Invest in Bavaria für Oberbayern 49 Projekte erfolgreich angeworben, aber nur neun in den restlichen Regierungsbezirken, davon genau 1 in Oberfranken! Das geht aus einer Schriftlichen Anfrage der grünen Landtagsfraktion hervor. Ähnlich stellt sich die Bilanz bei den Arbeitsplätzen dar: Während in Oberbayern 850 neue Arbeitsplätze geschaffen wurden, verzeichnet Invest in Bavaria für alle übrigen Regierungsbezirke 142 neue Stellen.

Auch in den Vorjahren zeigt die Bilanz der Staatsregierung ein massives Ungleichgewicht zwischen Oberbayern und den anderen sechs Regierungsbezirken. Dabei soll es doch erklärtes Ziel von Invest in Bavaria sein, den gesamten Wirtschaftsstandort Bayern zu bewerben. Eine staatliche Ansiedlungspolitik muss insbesondere die wirtschaftlich schwächeren Regionen in Bayern im Blick haben.

Es wird deshalb höchste Zeit, die Investorenwerbung des Wirtschaftsministeriums kritisch auf den Prüfstand zu stellen. Es kann schließlich nicht darum gehen, den Speckgürtel rund um München weiter zu mästen. Vielmehr sind verstärkt die Regionen zu bewerben, die Wirtschaftsförderung dringend nötig haben!

Hier die Anfrage: Invest in Bavaria

, ,

31Mrz

Schwarz-gelbe Gleichstellungspolitik schafft sich ab

ABGELEGT IN Oberfranken | Politik & Leben Keine Kommentare

Die Ministerinnen von der Leyen und Schröder lieferten gestern nach einem Treffen mit Vertretern von Wirtschaftsunternehmen vor der Presse einen kabarettreifen Auftritt ab: Um den bisher unerträglich niedrigen Anteil von Frauen in Führungspositionen in der Wirtschaft zu erhöhen, “drohten” sie ab 2013 mit einer gesetzlichen Pflicht zur Selbstverpflichtung, falls sich bis dahin nichts bewegt habe. Dass die Männergesellschaften in den Unternehmen bisher die Türen zu den Führungsetagen mit vereinten Kräften für Frauen zugehalten haben, haben sie in den letzten Jahrzehnten aufs Eindrücklichste bewiesen. Dabei beteuern sie doch seit Jahren, die Zeichen der Zeit erkannt zu haben und die Macht teilen zu wollen. Nichts ist passiert. Die drohende Pflicht zur Selbstverpflichtung wird ihnen wahrscheinlich solche Angst einjagen, dass jetzt ganz schnell alles anders wird. Ich frage mich: Auf welchem Stern leben denn diese Ministerinnen? Es ist allerhöchste Zeit für die Quote auch in der Wirtschaft!Für alle, die es immer noch nicht verstehen wollen hier noch ein letztes Mal erklärt: Quote heißt bei gleicher Qualifikation werden Frauen bevorzugt eingestellt. Die Realität heute ist: Auch bei besserer Qualifikation der Frau wird der Mann genommen.

Nett waren in diesem Zusammenhang die Kommentare von Frauen in Führungspositionen aus Oberfranken im heutigen Nordbayerischen Kurier, die allesamt als Kronzeuginnen gegen die Quote auftraten: Kein Wunder, dass diese kein Verständnis für das Anliegen aufbrachten, denn für sie galt ausnahmslos eine ganz andere Quote: Sie alle sind qua Geburt Anwärterinnen auf den Chefinnenposten im Familienunternehmen gewesen. Wer eine “Familienquote” hat, braucht meist keine Frauenquote mehr.

, , ,

01Mrz

Guttenberg war ein einziger Irrtum

ABGELEGT IN Bayreuth | Hochschule | Oberfranken | Politik & Leben Keine Kommentare

Jetzt ist Plagiator Guttenberg endlich zurückgetreten, nachdem er der bundesdeutschen Gesellschaft und dem Wissenschaftsstandort Deutschland eine viel zu lange Hängepartie zugemutet hat. Er hinterlässt die CSU angeblich in “Schockstarre”, dem Bildungsland Deutschland und insbesondere der Universität Bayreuth hat er erheblichen Schaden zugefügt. Die bis heute morgen anhaltende Bagatellisierung seiner Verstöße gegen das Urheberrechtsgesetz und der Erschleichung eines Doktortitels durch systematische Täuschung durch die Kanzlerin und Politiker der CDU/CSU haben den Werteverfall in unserer Gesellschaft vorangetrieben.

Und auch im Rücktritt (hier im Video) bleibt Guttenberg skrupellos: Er stilisiert sich als Opfer und instrumentalisiert erneut die in Afghanistan getöteten Soldaten für seine Personality-Show. Durch und durch ein Mann ohne jede Moral.

, , , , , ,

22Feb

Absurdes Theater in Kelkheim

ABGELEGT IN Bayreuth | Hochschule | Medien & Netz | Oberfranken | Politik & Leben 1 Kommentar

Nein, nun ist nicht alles gut. Guttenberg lügt noch immer, wenn er gestern bei einer Wahlkampfveranstaltung “Fehler” einräumt. Der vielbeschäftigte Mann hat am Wochenende Zeit gehabt, seine Dissertation zu lesen…. Und dabei sei ihm aufgefallen, dass ihm Fehler passiert sind.
Nein, diese Fehler sind ihm nicht “passiert” und es sind auch nicht bloß Fehler. Guttenberg hat bewusst getäuscht, betrogen, geistiges Eigentum anderer gestohlen. Er hat sich seinen Doktortitel erschlichen durch Betrug. Das wäre die Wahrheit, zu der er stehen müsste. Er hat dies getan, weil er sich von dem Titel Vorteile versprochen hat, für die Karriere, umzumünzen auch in wirtschaftlichen Erfolg.
Nicht diejenigen, die Betrug und Unrecht aufdecken und anprangern, sind zu kritisieren, sondern die Täter. Guttenberg ist Täter und nicht Opfer. Und indem er am gestrigen Abend auch noch Medienschelte betrieb, als er den Medien vorwarf, die Tragödie der getöteten Soldaten in Afghanistan trete in den Hintergrund gegenüber der Debatte um seine Doktorarbeit, begeht er den nächsten Verrat. Denn er hat dies zu verantworten. Er benutzt zum wiederholten Mal die Soldaten für seinen ganz persönlichen Vorteil. So wie beim Medienspektakel mit JBK und zuletzt seinem Heldenbesuch im Feldlager. Das ist perfide.
Benutzt und beschmutzt hat er auch die Universität Bayreuth, die auch meine Alma Mater ist. Beschädigt hat er den Ruf dieser Universität, die im Netz nun schon Buy-reuth heißt und beleidigt hat er alle WissenschaftlerInnen, die ehrlich arbeiten und sich ihre Titel ehrlich erarbeitet haben.
Guttenberg kann kein Sympathieträger und kein Werbebotschafter mehr für die Universität Bayreuth sein – er ist eine Schande. Und es wird Zeit, dass er von den Alumni-Seiten der Uni im Netz und aus dem Werbematerial verschwindet. Er sollte sich jetzt wenigstens – aus Anstand – dort nicht mehr blicken lassen.
Die Bilanz des Politstars der Schwarzen ist ziemlich mies: Er hat in seiner bisherigen Karriere mehrfach die Öffentlichkeit belogen, auch das Parlament. Er ist mit nur einem juristischen Staatsexamen und einer durch Betrug erschlichenen Promotion kein hochgebildeter Mann. Er ist keine Führungspersönlichkeit, die als Vorbild dienen kann, wenn man den Umgang mit den ihm unterstellten MitarbeiterInnen betrachtet. (Vielleicht hat er schon prüfen lassen, ob er seinen Doktorvater nachträglich entlassen kann.) Er macht seinen Job als Verteidigungsminister nicht gut: Seine Bundeswehrreform ist nicht durchdacht und nicht zu finanzieren, mit der überhasteten Aussetzung der Wehrpflicht hat er alle Träger von Zivildienststellen und die Hochschulen in große Probleme gestürzt, die Schließung von Bundeswehrstandorten kommt unvorbereitet und ohne Konversionskonzept und Hilfen für die Kommunen.
Da bleibt nicht viel vom angeblich erfolgreichsten Politiker der Republik. Der Kaiser ist nackt.

, , , ,

20Feb

Eine Hand wäscht die andere…

ABGELEGT IN Oberfranken | Politik & Leben Keine Kommentare

Sonntag, 20. Februar 2011, Anne Will zum Plagiator Guttenberg:
Jetzt muss Hohlmeier, die von Guttenberg gegen den Widerstand der OberfränkInnen installierte MdEP, den Plagiator verteidigen. Was für ein erbärmlicher Deal.

18Feb

Plagiator Guttenberg ohne Reue

ABGELEGT IN Bayreuth | Hochschule | Oberfranken | Politik & Leben 2 Kommentare

“Richtschnur meines Handelns war und ist Prinzipienfestigkeit und Grundsatztreue” und “Verantwortung bedeutet vor allem Verpflichtung, Vertrauen und Gewissen” so tönt Karl-Theodor Guttenberg noch immer auf seiner homepage. Das schlechte Gewissen scheint ihn nach seiner heutigen Erklärung allerdings immer noch nicht zu plagen und die Richtschnur des Anstands scheint ihm während seines siebenjährigen Werkelns an seiner sog. Doktorarbeit allzu häufig aus den Händen geglitten zu sein. Wer absatz- und seitenweise bei anderen abschreibt, ohne dies kenntlich zu machen, und wer noch nicht einmal für die Einleitung seiner Arbeit eigene Worte findet, kann sich nicht auf ein paar Fehler berufen, die ihm angeblich unterlaufen sind. Das ist bewusste Täuschung, Diebstahl geistigen Eigentums, Betrug. Diese einfachen und klaren Worte hat der Verteidigungsminister offensichtlich aus seinem schwülstigen Schwurbel-Vokabular gestrichen.

Dass er in seiner heutigen “Aktuellen Stellungnahme” auch noch die Mitleidskarte zieht (“Sie ist über etwa 7 Jahre neben meiner Berufs- und Abgeordnetentätigkeit als junger Familienvater in mühevollster Kleinarbeit entstanden.”), schlägt dem Fass den Boden aus. Durch Erbe finanziell ohne Eigenleistung weich gebettet, durch ein Netzwerk an CSU-Seilschaften bestens abgesichert, hat dieser Mann keine Ahnung von den Lebenswirklichkeiten junger NachwuchswissenschaftlerInnen. Die Normalität sieht nämlich anders aus: An unseren Hochschulen erarbeiten sich viele junge Menschen am Rande des Existenzminimums auf ehrlichem Wege akademische Meriten und viele – insbesondere Frauen – stellen sich zusätzlich der Doppelbelastung einer Familie mit Kindern. Kein Vergleich zu dem satten Leben des Herrn Guttenberg. Seine Einlassungen sind schamlos.

Der Fall des gefallenen Doktors wirft auch einen Schatten auf den Doktorvater und seinen Zweitgutachter: Haben sie sich von der glänzenden Fassade des Herrn Guttenberg blenden lassen und war die Verlockung, sich am Ende der eigenen Karriere mit einem prominenten Doktoranden zu schmücken so groß, dass die Mangelhaftigkeit des Werks großzügig übersehen wurde?

Die Professorenschaft der Rechts- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Bayreuth haben sich vor einigen Tagen über ein Kunstwerk empört, das demnächst vor dem Neubau der Fakultät stehen soll: Es handelt sich um einen “Trashstone” des Künstlers Wilhelm Mundt. Aus alten Skulpturen und Produktionsabfällen wird ein Müllkern geformt, der von hochpoliertem, glänzendem Aluminium umgeben wird. Professor Oliver Lepsius sagte dazu laut Bericht des Nordbayerischen Kuriers vom 15.2.2011: „Name und Symbolik sind dafür unpassend. Was sagt es denn aus, wenn ein Müllstein vor der Fakultät liegt?“

Als Mahnmal für die Guttenberg-Promotion an dieser Fakultät wäre das Kunstwerk doch bestens geeignet.

, ,

14Dez

Guttenbergs geschmacklose Selbstinszenierung

ABGELEGT IN Medien & Netz | Oberfranken | Politik & Leben Keine Kommentare

Wer heute die Zeitungen aufschlägt, wird Zeuge einer Boulevardisierung der Politik, wie sie bisher glücklicherweise bei uns nicht üblich war: Die Guttenbergs inszenieren sich als Paar an der Ostfront. Begleitet werden sie vom Sat 1-Flachtalker Kerner, der im Bundeswehrlager eine Talkshow aufzeichnet. Der Verteidigungsminister hat offensichtlich jegliches Gefühl für ernsthafte Politik verloren, er missbraucht die Soldatinnen und Soldaten zur medialen Selbstinszenierung. Weil er sachpolitisch versagt (siehe Finanzierung und Umsetzung der Bundeswehrreform) flüchtet er sich ins Boulevard. Die Bundesrepublik ist eine parlamentarische Demokratie, die Bürgerinnen und Bürger erwarten zu Recht, dass sich die von ihnen gewählten PolitikerInnen ernsthaft um das Wohl unseres Landes kümmern, die Zeiten, in denen der Adel im Reich schalten und walten durfte und das Volk, in diesem Fall die “Truppe” als Staffage benutzen konnte, sind lange vorbei. Frau Guttenberg hat kein Mandat von den Deutschen, das sie legitimieren könnte, für das Volk zuhause in Afghanistan “Danke” zu sagen. Bleibt zu hoffen, dass die Menschen in Deutschland nun bald genug haben von dem medialen Seichtflug des Landadels.

Übrigens: Die ernste Befassung mit dem Krieg in Afghanistan fand zur gleichen Zeit im Bundestag statt – in Abwesenheit des Verteidigungsministers.

, , , ,

23Nov

Der Schwarzfunk ist zurück

ABGELEGT IN Medien & Netz | Oberfranken | Politik & Leben Keine Kommentare

Der Bayerische Rundfunk durfte gestern in der ARD zur besten Sendezeit dem schwarzen Baron huldigen. In der Serie Dynastien ging es um die Guttenbergs. Doch ein umfassendes, kritisch aufgearbeitetes Familienbild wurde hier nicht gezeichnet. Die ZuschauerInnen lernten nur drei für besonders wichtig gehaltene Männer der Familie kennen und der CSU-Baron durfte gefühlte 100 mal sagen, dass er dazu erzogen wurde, zu seiner Überzeugung zu stehen…
Das war Schwarzfunk pur im Stil des Boulevardjournalismus, vorgetragen mit sonorer Stimme und heimeligen Bildern. Da hat die Bayernkurier-Tochter Scharnagl als Redakteurin ganze Arbeit geleistet. Für mich ist das ein Fall für den Rundfunkrat.

15Jun

Dachmarke Oberfranken: Südtirol 2.0

ABGELEGT IN Bayreuth | Oberfranken | Politik & Leben Keine Kommentare

Die Dolomiten kreißten und gebaren einen Mäuseklecks: die Zweitverwertung eines bahnbrechenden Konzeptes ist für die Oberfranken gut genug, solange der Preis für das Original gezahlt wird. Wer in München zur Bedeutungslosigkeit verdammt ist wie Frau Huml, der sucht sich seine Beschäftigung halt woanders.

Und eine Truppe aus schwarzen Parteisoldaten, Standortfunktionären und Politrentnern durften sich für eine Weile wichtig finden. Sei’s drum.

Wer bisher aus Oberfranken heraus seine Geschäfte auf nationalem und internationalem Parkett gemacht hat, den wird die Dachmarke nicht stören. Und wessen Horizont bisher am Steigerwald endete, dem wird sie nicht helfen.

10Mai

Oberfränkische Pioniere für solare Mobilität

ABGELEGT IN Klimaschutz | Oberfranken | Politik & Leben 1 Kommentar

Letzten Samstag feierten Gerti Jäger-Ebitsch und Horst Ebitsch ihr 20jähriges Firmenjubiläum: Seit zwei Jahrzehnten leisten die beiden mit ihren MitarbeiterInnen Pionierarbeit auf dem weiten Feld der zukunftsfähigen weil nachhaltigen Energietechnik: www.ebitsch-energietechnik.de. Wurden sie anfangs noch als Ökospinner belächelt, so zeigt sich an der aktuellen Diskussion zur e-Mobilität, dass sie ihrer Zeit voraus waren. Mittlerweile bekennt sich selbst die Kanzlerin zumindest im Lippenbekenntnis zum Ziel der solaren Mobilität und die bayerische Staatsregierung will mal wieder Nummer Eins werden, nachdem sie in den letzten 10 Jahren noch jeden grünen Antrag zur Energiewende abgelehnt hat.

Was viele immer noch nicht glauben: Die Technik für die Elektrofahrzeuge ist marktfähig und marktreif und Elektrofahrzeuge sind selbst mit dem heutigen unökologischen Strommix in Bayern bereits ökologischer als konventionell mit Diesel oder Super betriebene Fahrzeuge. Sie sind ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz. Verbinden wir sie mit neuen Konzepten von Mobilität, die den öffentlichen Verkehr weiter stärken, unnötigen Transport vermeiden und Fahrradfahren und Zu-Fuß-Gehen fördern, so können wir die Energiewende auch im Mobilitätsbereich schaffen.

Noch in diesem Jahr kommen die ersten Elektroautos serienmäßig auf den deutschen Markt. Ich freu mich drauf!

, , , , ,

TOP