Noch halten die schwarzen Seilschaften
Nach wochenlangen Gerüchten um einen Wechsel von Staatskanzleiminister Schneider an die Spitze der BLM (Bayerische Landeszentrale für neue Medien), scheint die Personalie jetzt in trockenen Tüchern zu sein: Am Eröffnungstag des Bewerbungsverfahrens, das leider keine offene Ausschreibung des Postens vorsieht, wurden zwei Listen abgegeben mit dem Vorschlag Schneider, eine mit 14, eine mit 15 Unterschriften. Das würde eine komfortable Mehrheit für den CSU-Mann bedeuten. Die schwarzen Seilschaften haben einmal mehr getragen. In schamloser Art und Weise missbraucht die CSU den Job des BLM-Präsidenten als lukratives Ausstragsstüberl für einen amtsmüden Minister. Darüberhinaus bereinigt sie so die Bewerberlage im CSU-Bezirksverband Oberbayern um Vorsitz und Landtagsmandat. Auf der Strecke bleiben demokratische Kultur, Transparenz und nicht zuletzt die Medienpolitik.
Und wieder einmal geht ein Spitzenposten an einen Mann, ohne dass auch nur in Erwägung gezogen wurde, dass es gleichermaßen oder besser geeignete Frauen geben könnte.
Den Abstieg der CSU wird das nicht aufhalten. Letzte Zuckungen unter schwarzem Filz.
geschrieben am 9. Dezember 2010,