08Nov

Seehofers medienpolitische Nullnummer

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Fahrenschons Fahnenflucht auf den Frühstücksdirektorenposten bei den Sparkassen hat innerhalb der Seehofer-Regierung zu großen Turbulenzen geführt. Die CSU ist im Kern mittlerweile so desolat und die Personaldecke so dünn, dass es dem Ministerpräsidenten fast nicht gelungen wäre, einen Finanzminister für dieses reiche Land zu finden. Auf der Strecke blieben wieder einmal die Frauen, was niemanden mehr überraschen kann. Der Tierarzt aus der Staatskanzlei wird jetzt Umwelt- und Gesundheitsminister und ist damit wohl endlich bei einem Ressort angekommen, das ihm liegen könnte. Und Aufatmen: Kreuzer darf das Kultusministerium wieder verlassen und wird jetzt Staatskanzleichef. Damit wären wir beim Thema. Er könne gut organisieren, das qualifiziere ihn für diesen Job, konnte man lesen. Was bei der ganzen Diskussion der letzten Tage aber völlig vergessen wurde: Es wird auch einen neuen Medienminister geben. Dieser Job ist der CSU offensichtlich nicht viel wert und nicht von größerer Bedeutung. Denn die Medienminister wechseln in letzter Zeit schneller als man schauen kann. Ob Kreuzer überhaupt schon realisiert hat, dass er nun auch Medienminister werden wird?

Seehofer vernachlässigt dieses wichtige Politikfeld in beispiellosem Ausmaß gerade in einer Zeit, in der sowohl für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk wie für die BLM die Weichen in vielen Punkten neu zu stellen wären. Bleibt zu hoffen, dass dieser Zustand nicht mehr allzu zu lange andauert, sonst wird der Medienstandort Bayern echten Schaden nehmen.

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06Mai

Ein guter und ein schlechter Tag für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk

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Heute ist ein guter Tag für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Endlich wurde das lange erwartete Kirchhof-Gutachten zur Neuregelung der Rundfunkgebühren vorgestellt. Wir Grüne können auf den ersten Blick damit zufrieden sein, denn es sieht so aus, als böte es eine gute Argumentationsgrundlage für die von uns schon lange geforderte Mediengebühr pro Haushalt anstelle der bisherigen geräteabhängigen GEZ-Gebühr. Wer sich also bisher über GEZ-Schnüffelei geärgert hat, kann vielleicht bald aufatmen. Die Mediengebühr pro Haushalt ist einfacher, gerechter und wird den öffentlich-rechtlichen Rundfunk absichern. Ma sehen, ob es die Ministerpräsidenten schaffen werden, einen neuen Staatsvertrag so rechtzeitig auf den Weg zu bringen, dass die Mediengebühr 2013 mit der neuen Gebührenperiode starten kann.

Heute ist auch ein schlechter Tag für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Denn vor gut einer Stunde wurde der Merkel-Pressesprecher Ulrich Wilhelm zum neuen BR-Intendanten gewählt. Von Staatsferne keine Spur. Es ist erschreckend, dass die RundfunkrätInnen des BR bis auf wenige Ausnahmen nichts Kritikwürdiges daran finden können, dass jemand vom Regierungssprecher als CSU-Mitglied nahtlos auf den Intendantenstuhl wechselt. Man stelle sich vor, diese Geschichte hätte sich in Italien abgespielt und Berlusconi hätte mal eben seinen Pressesprecher in einer Rundfunkanstalt installiert. Wie hätte man sich hier empört. Doch für die CSU scheinen in Bayern immer noch andere Regeln zu gelten und viele MedienvertreterInnen entwickeln gegenüber Wilhelm eine unverhoffte Beißhemmung ob seines Charmes und seiner Fairness… Übrigens: Die Führungsriege des BR ist immer noch rein männlich. Nach einer Intendantin wurde gar nicht erst gesucht.

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