08Nov

Seehofers medienpolitische Nullnummer

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Fahrenschons Fahnenflucht auf den Frühstücksdirektorenposten bei den Sparkassen hat innerhalb der Seehofer-Regierung zu großen Turbulenzen geführt. Die CSU ist im Kern mittlerweile so desolat und die Personaldecke so dünn, dass es dem Ministerpräsidenten fast nicht gelungen wäre, einen Finanzminister für dieses reiche Land zu finden. Auf der Strecke blieben wieder einmal die Frauen, was niemanden mehr überraschen kann. Der Tierarzt aus der Staatskanzlei wird jetzt Umwelt- und Gesundheitsminister und ist damit wohl endlich bei einem Ressort angekommen, das ihm liegen könnte. Und Aufatmen: Kreuzer darf das Kultusministerium wieder verlassen und wird jetzt Staatskanzleichef. Damit wären wir beim Thema. Er könne gut organisieren, das qualifiziere ihn für diesen Job, konnte man lesen. Was bei der ganzen Diskussion der letzten Tage aber völlig vergessen wurde: Es wird auch einen neuen Medienminister geben. Dieser Job ist der CSU offensichtlich nicht viel wert und nicht von größerer Bedeutung. Denn die Medienminister wechseln in letzter Zeit schneller als man schauen kann. Ob Kreuzer überhaupt schon realisiert hat, dass er nun auch Medienminister werden wird?

Seehofer vernachlässigt dieses wichtige Politikfeld in beispiellosem Ausmaß gerade in einer Zeit, in der sowohl für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk wie für die BLM die Weichen in vielen Punkten neu zu stellen wären. Bleibt zu hoffen, dass dieser Zustand nicht mehr allzu zu lange andauert, sonst wird der Medienstandort Bayern echten Schaden nehmen.

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27Sep

Kein Aufbruch, nirgends! Enttäuschung nach Papst-Besuch

ABGELEGT IN Politik & Leben | Religion & Kirchen Keine Kommentare

Ganz ehrlich, Grund zur Hoffnung, dass die Katholische Kirche und ihre alten Männer an der Spitze endlich die Zeichen der Zeit erkannt hätten und der Papst bei seinem Deutschland-Besuch deutliche Zeichen für Reformen setzen würde, hatte ich nicht. Die Aufregung vor dem Besuch um die Rede im Bundestag war genauso überflüssig wie der Medienhype um jeden Schritt, den Papst Benedikt auf deutschem Boden tat. Dieser alte Mann hat uns nicht mehr viel zu sagen.

Reformen der Katholischen Kirche sind in erster Linie Sache ihrer Mitglieder. Allerdings gibt es auch ein gesellschaftliches bzw. staatliches Interesse an weitreichenden Reformen. Wie von allen Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften müssen wir auch von der Katholischen Kirche einfordern, dass sie die Grundrechte und Werte unseres Grundgesetzes achtet und lebt. Gleichstellung von Männern und Frauen und das Antidiskriminierungsgebot gegenüber Schwulen, Lesben, Transgender u.a. gehören unverzichtbar dazu. Und ArbeitnehmerInnen bei der Kath. Kirche müssen dieselben Rechte haben wie alle anderen. Darüberhinaus besteht zumindest Erklärungsbedarf, weshalb ein demokratischer Staat im Sozial-, Kultur-, Gesundheits- und Bildungsbereich, also in Kernbereichen unserer Gesellschaft, finanziell und organisatorisch eng mit einer autokratischen, undemokratischen, hierarchisch geprägten und intransparenten Institution zusammenarbeitet. Würden wir hier das Prinzip von Good Governance einfordern, wäre diese Zusammenarbeit wohl schnell zu Ende.

Als katholische Christin erwarte ich von meiner Kirche, dass sie endlich ankommt in der Lebenswirklichkeit ihrer Mitglieder: Abschied von der Männergesellschaft, Priestertum der Frau, Abschaffung des Zölibats, demokratische Strukturen, Transparenz, eine menschenfreundliche Sexualmoral, klare Worte statt verquastes Theologendeutsch, echte Spiritualität statt Festhalten an erstarrter Tradition, Heimat sein auch für aufgeklärte, intelligente, kritische junge Menschen. Meine 9jährige Tochter sagte nach dem Papst-Besuch: „Wenn sich das mit den Frauen noch nicht geändert hat, wenn ich groß bin, dann will ich nicht mehr katholisch sein.“ Recht hat sie.

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31Mrz

Schwarz-gelbe Gleichstellungspolitik schafft sich ab

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Die Ministerinnen von der Leyen und Schröder lieferten gestern nach einem Treffen mit Vertretern von Wirtschaftsunternehmen vor der Presse einen kabarettreifen Auftritt ab: Um den bisher unerträglich niedrigen Anteil von Frauen in Führungspositionen in der Wirtschaft zu erhöhen, “drohten” sie ab 2013 mit einer gesetzlichen Pflicht zur Selbstverpflichtung, falls sich bis dahin nichts bewegt habe. Dass die Männergesellschaften in den Unternehmen bisher die Türen zu den Führungsetagen mit vereinten Kräften für Frauen zugehalten haben, haben sie in den letzten Jahrzehnten aufs Eindrücklichste bewiesen. Dabei beteuern sie doch seit Jahren, die Zeichen der Zeit erkannt zu haben und die Macht teilen zu wollen. Nichts ist passiert. Die drohende Pflicht zur Selbstverpflichtung wird ihnen wahrscheinlich solche Angst einjagen, dass jetzt ganz schnell alles anders wird. Ich frage mich: Auf welchem Stern leben denn diese Ministerinnen? Es ist allerhöchste Zeit für die Quote auch in der Wirtschaft!Für alle, die es immer noch nicht verstehen wollen hier noch ein letztes Mal erklärt: Quote heißt bei gleicher Qualifikation werden Frauen bevorzugt eingestellt. Die Realität heute ist: Auch bei besserer Qualifikation der Frau wird der Mann genommen.

Nett waren in diesem Zusammenhang die Kommentare von Frauen in Führungspositionen aus Oberfranken im heutigen Nordbayerischen Kurier, die allesamt als Kronzeuginnen gegen die Quote auftraten: Kein Wunder, dass diese kein Verständnis für das Anliegen aufbrachten, denn für sie galt ausnahmslos eine ganz andere Quote: Sie alle sind qua Geburt Anwärterinnen auf den Chefinnenposten im Familienunternehmen gewesen. Wer eine “Familienquote” hat, braucht meist keine Frauenquote mehr.

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