Schieflage bei der Wirtschaftsförderung
ABGELEGT IN Oberfranken | Politik & Leben Keine Kommentare
Nein, es ist nicht nur so ein Gefühl, es lässt sich jetzt auch belegen: Eine grüne Anfrage deckt das regionale Ungleichgewicht bei der staatlichen Ansiedlungspolitik auf.
Die Ansiedlungspolitik der Staatsregierung für neue Wirtschaftsunternehmen und Investoren weist eine massive regionale Schieflage auf: So wurden im Jahr 2010 durch die staatliche Agentur Invest in Bavaria für Oberbayern 49 Projekte erfolgreich angeworben, aber nur neun in den restlichen Regierungsbezirken, davon genau 1 in Oberfranken! Das geht aus einer Schriftlichen Anfrage der grünen Landtagsfraktion hervor. Ähnlich stellt sich die Bilanz bei den Arbeitsplätzen dar: Während in Oberbayern 850 neue Arbeitsplätze geschaffen wurden, verzeichnet Invest in Bavaria für alle übrigen Regierungsbezirke 142 neue Stellen.
Auch in den Vorjahren zeigt die Bilanz der Staatsregierung ein massives Ungleichgewicht zwischen Oberbayern und den anderen sechs Regierungsbezirken. Dabei soll es doch erklärtes Ziel von Invest in Bavaria sein, den gesamten Wirtschaftsstandort Bayern zu bewerben. Eine staatliche Ansiedlungspolitik muss insbesondere die wirtschaftlich schwächeren Regionen in Bayern im Blick haben.
Es wird deshalb höchste Zeit, die Investorenwerbung des Wirtschaftsministeriums kritisch auf den Prüfstand zu stellen. Es kann schließlich nicht darum gehen, den Speckgürtel rund um München weiter zu mästen. Vielmehr sind verstärkt die Regionen zu bewerben, die Wirtschaftsförderung dringend nötig haben!
Hier die Anfrage: Invest in Bavaria
